Osterbotschaft

Jesus Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig, von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“. (Off.1,18)

So liebe Schwestern und Brüder erinnert uns der Wochenspruch des Osterfestes. Er spricht zu uns in einer Lage, wie es sie seit sehr langer Zeit, wenn überhaupt gegeben hat. Seit sich Menschen erinnern können, wurde auch in schwerster Kriegszeit, zu Hause und an der Front das Osterfest gefeiert. Doch jetzt müssen wir zu Hause bleiben. Wir können uns nicht wie gewohnt in der Kirche treffen. Doch wir beten in diesen Tagen besonders für die Menschen die in übermässiger Anstrengung um Menschenleben kämpfen oder unser Sozialsystem am Laufen halten. Dass wir noch Frieden haben, keine sozialen Unruhen oder Hungerpaniken erleben, verdanken wir diesen Menschen.

Gleichzeitig aber danken wir nicht nur ihnen, sondern auch Gott, der uns wieder einmal lehrt, dass wir die Welt nicht im Griff haben und dass wir doch in seiner Hand geborgen sind. So spricht die Tageslosung des Ostertages zu uns: „Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes.60,2)

Die Zeit nach der Krise wird anders sein (hoffentlich!), als die Zeit vorher. Sie wird uns (hoffentlich) lehren, dass der Sinn des Dasein nicht die Gewinnmaximierung einer dünnen Schickt der Bevölkerung ist, sondern der Respekt vor dem Leben, vor der Natur und dem Nächsten. Sie wird uns (hoffentlich) auch lehren die Arbeit derer wieder zu schätzen, die für das sorgen, was wir wirklich brauchen, nämlich Nahrung und saubere Luft und Trinkwasser.

Unsere Arbeit als IRCA hat seit bald drei Jahrzehnten nicht aufgehört, gegen den Mainstream zu verkündigen, dass das Land und seine Menschen nicht eine wirtschaftlich vernachlässigbare Grösse sind, sondern systemrelevant ersten Grades.

Möge dieses Osterfest uns untereinander und mit Gott wieder verbinden. Möge der Wunsch, dass alle Menschen die zu Hause feiern müssen die Welt in eine einzige grosse Osterfeier verwandeln, Wirklichkeit werden.

Ich habe am 14. März im Süden Mexicos eine eindrückliche Feier erlebt. Da wurde aus den Früchten der Felder und Blumen ein Kreuz gestaltet in dessen Schnittpunkt eine kleine Pyramide mit einem Kreuz aus edlen Hölzern der Wälder gefertigt war. Um dieses Kreuz herum versammelte sich eine kleine Gemeinde Gottesdienst zum Abschluss der Woche und Eintritt in die neue Woche. Es sollte die neue Woche der Corona Epidemie werden. Möge uns Frieden mit der Natur, untereinander und vor allem mit Gott beschert sein. Möge das Zeichen der Versöhnung am Kreuz neue Hoffnung und ein neues Leben bringen. Das wünsche ich uns allen.

Wir bleiben mit dem Wissen: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“

Lothar Schullerus (Vorsitzender Irca-Europa)